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HTTP-Statuscodes verstehen

Jede Antwort im Web beginnt mit einer dreistelligen Zahl. Sie sagt, ob es funktioniert hat – und wenn nicht, wessen Problem es ist.

Die erste Ziffer verrät bereits die Richtung: 2xx hat geklappt, 3xx verweist woandershin, 4xx liegt an der Anfrage, 5xx am Server. Alles Weitere steht unten. Wenn du wissen willst, was eine konkrete Adresse antwortet: gib sie ins Prüffeld ein.

2xx Erfolg

Die Anfrage hat funktioniert. Interessant wird es hier selten – außer bei 204 und 206.

200 OK
Der Normalfall: Die Seite existiert und wird ausgeliefert.
204 No Content
Erfolgreich, aber ohne Inhalt. Bei APIs üblich, bei einer Webseite meist ein Fehler in der Anwendung.
206 Partial Content
Nur ein Teilbereich wurde geliefert – typisch beim Ausliefern von Videos oder bei fortgesetzten Downloads.

3xx Weiterleitung

Die eigentliche Adresse liegt woanders. Welcher Code hier steht, entscheidet darüber, was Suchmaschinen und Browser daraus machen.

301 Moved Permanently
Dauerhaft umgezogen. Suchmaschinen übertragen die Bewertung auf das Ziel und ersetzen die alte Adresse im Index. Browser merken sich das aggressiv – ein falsch gesetzter 301 ist beim Besucher schwer wieder loszuwerden.
302 Found
Vorübergehend woanders. Die ursprüngliche Adresse bleibt maßgeblich. Wer dauerhaft umzieht und 302 setzt, verschenkt die Übertragung der Bewertung.
303 See Other
Nach dem Absenden eines Formulars auf eine Ergebnisseite umleiten – verhindert, dass ein Neuladen die Eingabe erneut abschickt.
307 Temporary Redirect
Wie 302, aber die Anfragemethode bleibt erhalten. Ein POST bleibt ein POST statt zum GET zu werden.
308 Permanent Redirect
Wie 301, ebenfalls unter Beibehaltung der Methode.
304 Not Modified
Unverändert seit dem letzten Abruf – der Browser nimmt seine gespeicherte Fassung. Kein Fehler, sondern funktionierendes Caching.

4xx Problem auf der Anfrageseite

Der Server läuft, lehnt diese konkrete Anfrage aber ab. Hier lohnt der genaue Blick am meisten.

400 Bad Request
Die Anfrage war fehlerhaft aufgebaut. Häufig auch die Antwort von Schutzsystemen, die nicht verraten wollen, warum sie ablehnen.
401 Unauthorized
Anmeldung erforderlich – und noch nicht erfolgt. Trotz des Namens geht es um Authentifizierung, nicht um Berechtigung.
403 Forbidden
Der Server weiß, wer fragt, und verweigert trotzdem. Bei automatisierten Abrufen oft ein Bot-Schutz, der Rechenzentrums-Adressen aussperrt.
404 Not Found
Nichts unter dieser Adresse. Ob sie nie existierte oder gelöscht wurde, bleibt offen.
410 Gone
Bewusst und dauerhaft entfernt. Die klarere Aussage als 404 – Suchmaschinen entfernen die Adresse dadurch schneller aus dem Index.
429 Too Many Requests
Zu viele Anfragen in zu kurzer Zeit. Die Antwort enthält oft einen Retry-After-Header mit der Wartezeit.
451 Unavailable For Legal Reasons
Aus rechtlichen Gründen gesperrt, etwa nach einer behördlichen Anordnung.

5xx Problem auf der Serverseite

Die Anfrage war in Ordnung, der Server kommt damit nicht zurecht. Ein erneuter Versuch kann sinnvoll sein.

500 Internal Server Error
Sammelbegriff für einen Fehler in der Anwendung. Die Ursache steht im Serverprotokoll, nicht in der Antwort.
502 Bad Gateway
Ein vorgelagerter Server hat keine brauchbare Antwort erhalten – typisch, wenn hinter einem Proxy die eigentliche Anwendung nicht läuft.
503 Service Unavailable
Vorübergehend nicht verfügbar: Wartung oder Überlastung. Der richtige Code für geplante Auszeiten, weil Suchmaschinen die Seite dann im Index behalten.
504 Gateway Timeout
Der vorgelagerte Server hat zu lange auf eine Antwort gewartet.

Die vier Verwechslungen, die am meisten kosten

301 statt 302 – und umgekehrt

Wer dauerhaft umzieht und 302 setzt, verschenkt die Übertragung der Bewertung auf die neue Adresse. Wer nur vorübergehend umleitet und 301 setzt, hat das Problem andersherum: Browser speichern dauerhafte Weiterleitungen hartnäckig, und die alte Adresse verschwindet aus dem Index. Faustregel: 301 nur, wenn die alte Adresse nie wieder eigene Inhalte zeigen soll.

404 statt 410

Beide sagen „nicht da“. 410 sagt zusätzlich „und zwar absichtlich, dauerhaft“. Für bewusst entfernte Seiten ist das die ehrlichere und schnellere Auskunft – Suchmaschinen räumen sie zügiger aus dem Index.

401 statt 403

401 heißt: Ich weiß nicht, wer du bist – melde dich an. 403 heißt: Ich weiß es, und du darfst trotzdem nicht. Ein 403 auf eine öffentliche Seite ist deshalb fast immer ein Schutzsystem, kein Rechteproblem.

500 statt 503 bei Wartung

Wer während einer Wartung 500 ausliefert, signalisiert einen kaputten Server. 503 signalisiert eine Pause – und Suchmaschinen behalten die Seite im Index, statt sie als defekt zu behandeln.

Warum ein Screenshot das alles nicht zeigt

Statuscodes stehen im Kopf der Antwort, nicht im sichtbaren Inhalt. Eine Seite kann eine hübsche Fehlermeldung anzeigen und dabei 200 senden – für Suchmaschinen sieht das aus wie eine gültige Seite. Umgekehrt kann eine scheinbar normale Seite über mehrere Weiterleitungen entstanden sein, von denen jede einzelne etwas anderes aussagt.

Genau diese Kette macht LinkSniffer sichtbar – Adresse eingeben und nachsehen. Wie solche Ketten entstehen und woran sie scheitern, steht unter Weiterleitungen prüfen.

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HTTP-Statuscodes verstehen – 301, 404, 403, 502 und der Rest